Biken von A-Z
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Alles was man beim Tourenbiken beachten sollte von
A  bis  Z

AUSRÜSTUNG

Was muss man alles mitnehmen ? Das Gewicht des Gesamtpakets, Bike, Fahrer und Gepäck, sollte natürlich möglichst gering sein. Dennoch muss man bei einer Tour speziell bei einer Alpenüberquerung für alle Eventualitäten gerüstet sein. Also sollte man den Gewichtsfetischismus nicht übertreiben. Allerdings muss man auch nicht alles unterwegs reparieren können, da in fast jedem kleinen Dorf auf dem Weg ein Bikeshop zu finden ist. Das meiste Gewicht kann man sowieso bei seinem eigenen  Körpergewicht sparen ! 
   
- Packliste:
    -  AM BIKE
    
    2 Flaschenhalter + Aluminiumflaschen
        1 Fahrrad Tacho
        1 Fahrrad Schloss (leicht)
        1 Satteltasche mit Werkzeug und Ersatzteilen:
            - 1 Schlüsselset mit Kettennieter und Reifenheber
            - 1 Schlauch
            - Flickzeug und mehrere kleine Lappen
            - 1 Luftpumpe
            - 1 Ersatzschaltzug
            - 1 Kettenöl klein (abgefüllt in Augentropfenflasche)
            - 1 Kettenreiniger (abgefüllt in große Augentropfenflasche)


    -  AM KÖRPER
        1 dünnes multifunktions- Unterhemd
        1 Trikot 
        1 Windstopper Bikehose (Knielang, gefüttert für warm und kalt)
        1 paar Bike-Schuhe
        1 paar Socken
        1 paar Windstopper Handschuhe (Multifunktion mit Fleeceüberzug für Finger)
        1 Sonnenbrille
        1 Helm    
        1 Uhr ( mit Kompass und Höhenmesser)

    -  IM RUCKSACK
    
    1 Regenhose zum überziehen
        1 Regenjacke
        1 Fleecepulli dick
        1 Ersatztrickot (= Schlafshirt)
        Socken (alt, pro Tag ein Paar, werden abends zum Putzen verwendet und entsorgt)
        1 Ausgehhemd für abends (dünn und leicht)
        1 Ausgehhose für abends ( dünn und leicht)
        1 kleines Handtuch (Wird nur benötigt für Berghütten, Hotels haben Handtücher)
        1 Flasche Shampoo (=Waschmittel für Trikots usw.)
        1 Zahnbürste + kleine Tube Zahnpasta
        1 Sun Blocker und mittelstarke Sonnencreme kleine Flasche
        1 Taschenmesser
        1 Brieftasche mit Geld, Kredit-, ec-Karte, Pass
        1 Handy (aufgeladen und Notrufnummern gespeichert)
        1 Kleinbildkamera + 2 Filme
        1 Erste Hilfe Set mit:
            - 1 Rettungsdecke
            - Aspirin direkt (zum kauen)
            - Heftpflaster in verschiedenen größen
            - 1 Mullbinde
            - 1 Desinfektionssalbe (Betaisadona)
            - 2 Kohletabletten
            - 1 Muskelcreme


BIKE    

Ob Fully oder Hardtail muss jeder selbst entscheiden. Ich bin ganz  klarer Fully Fan. Da ich kein Profi und nie im Rennen bin nehme ich das etwas höhere Gewicht für den enormen Fahrkomfort gerne in kauf. Auch bei den Alpenüberquerungen war es nie ein Nachteil. Man sollte ein Bike haben auf dem man sich wohlfühlt, dass zuverlässig , sicher und vor einer Tour getestet ist. Das heißt man sollte NIE irgendwelche Bauteile neu einbauen, oder das Fahrrad selbst erst kurz vor einer Tour anschaffen.

Hat sich gut bewährt und sieht gut aus: BMW Fully

 BREMSEN

Ich bin die erste Tour mit normalen Felgenbremsen, die Zweite mit V-Breakes und die Dritte mit Scheibenbremsen gefahren und muss ganz klar sagen : Scheibenbremsen sind für mich die Optimalsten. Mein Grund auf Scheibenbremsen umzusteigen war nicht unbedingt weil sie bei Regen, Schnee und Schmutz immer gleich gut funktionieren. Eher schon, dass ich nun auch längere Downhills bequem, ohne Krämpfe in den Händen, nur mit zwei Fingern an der Bremse, bei voller Bremswirkung fahren kann. Der Hauptgrund war aber dass meine Hauptpannenursache ganz weggefallen ist: Ein durchgebrannter Schlauch wegen zu heißen Felgen.
Wer natürlich nach dem Motto: " wer bremst verliert" unterwegs ist, für den ist das kein Argument.

GELD

Man kann grundsätzlich überall auf dem Weg mit DM bezahlen. Es hat  auch in jedem Dorf mittlerweile die Möglichkeit mit EC Karte Geld aus den Automaten zu ziehen. In meisten Hotels und Gaststätten werden alle gängigen Kreditkarten akzeptiert. Deshalb nicht zu viel Bargeld mitnehmen. Mit dem Euro ist das dann endlich auch kein Thema mehr. 

HANDY

Auf alle Fälle eins mitnehmen. Wenn man es tagsüber aus lässt kommt man auch ohne Ladegerät aus. Die Notfallnummern der Länder habe ich mir immer eingespeichert.
                                                     D         A          CH       I
Notfallnummern (Polizei) : 110       133        117      113 

KLINGEL

Ich finde es nicht nett die Wanderer  durch brüllen, oder durch eine Vollbremsung zum Herzkasper zu treiben. Es wird allgemein sehr positiv aufgenommen, wenn man die Leute rechtzeitig durch klingeln auf sich aufmerksam macht.

NAVIGATION

Wer  Landkarten richtig lesen kann und einen normalen Orientierungssinn besitzt für den dürfte die Navigation kein Problem sein. Ich habe mir den Weg aus den Karten mittels Farbkopierer herauskopiert durchnummeriert und markiert. Auf der Rückseite wurden dann noch die die markanten Punkte, Orte und Ziele notiert. So brauchte ich nicht alle Karten mitschleppen und das Gepäck wurde kontinuierlich Blatt für Blatt leichter! Was dazu noch hilfreich ist, ist ein kleiner Kompass z.B. in der Uhr.
Für Blinde gibt es inzwischen auch handliche GPS Geräte und diejenigen die es gerne spannend machen fahren nach diesen sog. Roadbooks. Ich habe mich mit mehreren darüber unterhalten aber KEINER, der es damit probiert hat ist da angekommen wo er hinwollte.

SCHLOSS

Einer in der Gruppe sollte ein leichtes Kabelschloss dabei haben. Man kann die Bikes zwar in den Hütten und Hotels meist in den Skikellern abstellen aber unterwegs in den Städten und Dörfern wenn man was essen geht hat man die Räder doch nicht immer im Blick.

TRINKEN

klar, so viel wie möglich. Wir haben das Wasser immer mit Multivitamin/Calcium Tabletten versetzt. Ich bin vom Camelbag wieder auf zwei ALU-Trinkflaschen am Rad umgestiegen weil man auf dem Rücken einfach jedes Gramm zu viel spürt. Hinzu kommt noch, das Aluminiumflaschen das Wasser länger kühl und frisch halten, auf dem Rücken wird es doch schnell warm, und man kann es in den Flaschen besser dosieren, da man nie weiß, wieviel im Camelbag noch drin ist. Auch ist der Geschmack aus Aluminiumflaschen bedeutend besser als aus Plastik.

ÜBERNACHTUNG

Wenn man auf den Berghütten übernachtet sollte man diese zwingend im Voraus buchen. Egal wo wir hinkamen die Hütten waren meistens voll. Wenn man in den Tälern übernachtet also immer abfährt für ein Hotel, ist das keine Notwendigkeit, dort findet man eigentlich immer was. 

VERPFLEGUNG

Ich hatte selten so einen tierischen Hunger und konnte demzufolge auch selten mit so viel Genuss essen wie während einer Tour. Der größte Fehler ist aber, auch wenn die Versuchung groß ist, sich den Bauch total voll zu hauen. Abends weil man dann schlecht schläft und Mittags weil man dann keine Lust mehr hat weiter zu fahren. Da man unterwegs immer auf bewirtete Hütten und Gasthäuser trifft sind wir mit einem bis zwei Müsliriegel pro Tag ausgekommen. Mittags dann in der Hauptsache Nudeln und abends immer ein abwechslungsreiches Menü mit mehreren Gängen und einem Tropfen guten Wein.

WETTER

Das WICHTIGSTE !!! für das Gelingen einer Tour ist das Wetter. Egal wie schwer die Etappe sein mag, wie viel man schieben oder tragen muss, wenn die Sonne scheint ist es meist kein Problem. Aber wehe man verflucht gerade die Schiebepassage und es regnet oder schneit noch dabei, dann verliert man schnell die Lust. Deshalb für den Start die Großwetterlage berücksichtigen und ein paar Puffertage einplanen. Es ist zwar schwer am Startpunkt rumzuhängen und auf besseres Wetter zu warten aber das Mehr an Spaß ist es auf alle Fälle wert. Im Juni besteht wegen der starken Sonneneinstrahlung das höchste Gewitterrisiko in den  Alpen. Die beste Zeit ist von Juli bis Mitte September.